Schlaglichter


Fokus Umweltenergierecht I: Aktuelle Entwicklungen zum Recht der Wärmeversorgung  

Der Workshop zum Thema Gebäudemodernisierungsgesetz und Wärmepaket war sehr gut besucht.Im Rahmen der 29. Würzburger Gespräche zum Umweltenergierecht fand am 23. September 2026 auch die Fokus-Veranstaltung „Gebäudemodernisierungsgesetz und Wärmepaket“ statt: Neben dem GModG waren auch die für Dezember angekündigte Grüngasquote, offene Hausaufgaben bei der Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie, der Stand der kommunalen Wärmeplanung mitsamt der kleinen WPG-Novelle und die Eckpunkte für das Wärmenetzpaket Thema. In insgesamt vier Vorträgen haben die Referierenden die Grundlagen für die anschließende Fishbowl-Diskussion gelegt, in der sich alle Teilnehmenden mit ihren Fragen und eigener Expertise einbringen konnten.

Zu den Vortragsfolien


Fokus Umweltenergierecht II: Das EU-Klimaziel – Neue Entwicklungen in Europa für Energie und Klimaschutz

Dr. Markus Ehrmann begrüßt die Teilnehmenden des EU-Workshops.Die zweite Fokus-Session im Rahmen der 29. Würzburger Gespräche zum Umweltenergierecht befasste sich mit dem EU-Klimaziel und den damit einhergehenden neuesten Entwicklungen in Europa für Energie und Klimaschutz. Hier stand zunächst ein Überblick sowie die Diskussion zum Thema „Klimapaket: Die Reform des EU-Emissionshandels“ im Vordergrund. Hinzu kamen zwei weitere Vorträge zum Energiepaket und der Frage, wie ein neuer EU-Rahmen für erneuerbare Energien und Energieeffizienz bis 2040 aussehen könnte. Auch hier folgten aufschlussreiche Diskussionen mit den Referierenden, Gästen und allen weiteren Teilnehmenden.

Zu den Vortragsfolien


Prof. Dr. Thorsten Müller zu Gast beim FfE-Podcast „Redispatch“ zum Netzpaket

Thorsten Müller referiert zu einem rechtlichen Thema.Die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Neuregelungen für den Anschluss von Erneuerbare-Energien-Anlagen in „kapazitätslimitierten Netzgebieten“ und die weiteren Neuerungen der Entwürfe zum Netzpaket und EEG 2027 sind in aller Munde. Auch im Podcast „Redispatch – Aktuelles aus Energiewirtschaft und Klimapolitik“ der Forschungsstelle für Energiewirtschaft. Dort war Prof. Dr. Thorsten Müller, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Umweltenergierecht, jüngst zu Gast. Im Mittelpunkt standen die zuvor als Redispatch-Vorbehalt bezeichneten Einschränkungen des Netzanschlussanspruchs, ihre Wirkungen auf Anlagen- und Netzbetreiber sowie deren unionsrechtliche Einordnung. Auch Strukturfragen zum Umfang sowie zur Beschleunigung des Netzausbaus wurden besprochen.

Zur Podcast-Folge


Ariadne-Hintergrund: Wie teilt man eine Stromgebotszone?

Stromnetz und Windräder bei Dämmerung.Die Diskussion um eine Teilung der deutschen Stromgebotszone wirft rechtliche Fragen auf. In einem Ariadne-Hintergrundpapier erläutern Forschende der Stiftung Umweltenergierecht und des Fraunhofer ISI, welche europarechtlichen Vorgaben gelten, wer über eine Gebotszonenteilung entscheidet und wie das Verfahren abläuft. Die EU-Strombinnenmarkt-Verordnung schreibt vor, dass seit 2026 mindestens 70 Prozent der Übertragungskapazitäten für den Stromhandel zwischen Gebotszonen verfügbar sein müssen. Wird diese Vorgabe nicht eingehalten, müssen sich die betroffenen Mitgliedstaaten innerhalb von sechs Monaten auf die Beibehaltung oder Anpassung der Gebotszonen einigen, sonst entscheidet die EU-Kommission. Deutschland kann durch Maßnahmen wie den Netzausbau versuchen, eine einheitliche Gebotszone zu erhalten, hat bei Verletzung der EU-Standards jedoch keine alleinige Entscheidungsbefugnis.

Zum Hintergrundpapier


Abschlussbericht zum Projekt UrbanGroundHeat: Geothermierecht eingeordnet

Geothermie benötigt mehrere Leitungen.In dem kürzlich erschienenen Abschlussbericht werden die im Vorhaben UrbanGroundHeat gewonnenen Erkenntnisse zu den technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen zur verstärkten Erschließung von oberflächennaher Geothermie in urbanen Bestandsquartieren zusammengefasst. Die Stiftung Umweltenergierecht hat hierzu die relevanten rechtlichen Fragen analysiert. Im Einzelnen werden das wasserrechtliche Gestattungsregime für Erdwärmesonden, Vorgaben für Anlagen mit wassergefährdenden Stoffen sowie die während der Projektlaufzeit entfallene bergrechtliche Bewilligungspflicht vorgestellt. Einen Schwerpunkt bildet daneben, welche öffentlich-rechtlichen Restriktionen für die Flächennutzung in Städten existieren und wie der Zugriff auf öffentliche Flächen ermöglicht und gestaltet werden kann.

Zum Abschlussbericht


Auslegungsfragen und Wechselwirkungen der Regelungen zum überragenden öffentlichen Interesse

PV und Windkraft in der Landschaft; ein zentrales Bild der Energiewende.In dem kürzlich in der Zeitschrift für Neues Energierecht (ZNER) veröffentlichten Aufsatz „Die Festschreibungen eines überragenden öffentlichen Interesses im Recht der Energiewende – Bestandsaufnahme, Auslegungsfragen, Wechselwirkungen“ analysiert ein Team der Stiftung Umweltenergierecht die mittlerweile rund 20 Regelungen eines überragenden öffentlichen Interesses mit einem Bezug zur Energiewende. Dabei behandelt es zum einen wiederkehrende Auslegungsfragen zum Anwendungsbereich und den Rechtsfolgen der verschiedenen Einzelnormen. Zum anderen geht der Aufsatz der Frage nach, ob und inwiefern sich mehrere Festschreibungen eines überragenden öffentlichen Interesses gegenseitig aufheben.

Zur Zusammenfassung


Studie zu Nullemissionsgebäuden widmet sich den Anforderungen der EU-Gebäuderichtlinie und ihrer Umsetzung

Auf dem Weg zu einem einheitlichen Gebäudeenergierecht? Lessons learned!Die Würzburger Studie zum Umweltenergierecht Nr. 47 untersucht die Anforderungen der novellierten EU-Gebäuderichtlinie an das sogenannte Nullemissionsgebäude sowie deren geplante Umsetzung in deutsches Recht. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Vorgaben der Richtlinie der Europäischen Union für Neubauten ab 2030 rechtlich ausgestaltet sind, was das auch für den Gebäudebestand bedeutet und inwieweit der im Mai 2026 vorgelegte Gesetzesentwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz diese Anforderungen bereits erfüllt. Die Studie ordnet insbesondere die energie- und emissionsbezogenen Anforderungen der Richtlinie ein und stellt diese den Regelungen des deutschen Entwurfs gegenüber.

Zur Studie


Personalia: Verstärkung für sowie neuer stv. Vorsitz im Stiftungsrat

Johanna Wolff steht vor dem Gebäude der Universität Osnabrück.Die Stiftung Umweltenergierecht hat ein renommiertes Mitglied für ihren Stiftungsrat gewonnen: Prof. Dr. Johanna Wolff ist zum 1. September 2026 offiziell kooptiert worden. Sie ist Universitätsprofessorin für Öffentliches Recht, Wirtschafts-, Finanz- und Steuerrecht an der Universität Osnabrück und verfügt über umfassende Erfahrungen im Klima- und Energierecht. Im Mai 2026 übernahm zudem Prof. Dr. Markus Ludwigs (Universität Würzburg) den stellvertretenden Vorsitz des Stiftungsrates. Er war bereits Mitglied des Gremiums und übernahm die Position von Prof. Dr. Franz Reimer (Universität Gießen), der den stellvertretenden Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt hat.

Zur Meldung über Prof. Dr. Wolff
Zur Meldung über Prof. Dr. Ludwigs und Prof. Dr. Reimer


Stiftung gedruckt, unterwegs (oder digital)

Die Stiftung Umweltenergierecht hat aktuell folgende weitere Forschungsergebnisse veröffentlicht:

Stiftung gedruckt

Jana Viktoria Nysten, Markus Ehrmann,

EHS Evolution – Die Möglichkeiten und Grenzen des Art. 192 AEUV als Rechtsgrundlage für die Weiterentwicklung der EU-Emissionshandelsrichtlinie

Steffen Benz, Stephan Wagner,

Planungsrechtliche Anforderungen an die Flächenqualität von Windenergiegebieten

Saskia Militz , Jonas Otto, Frank Sailer,

Das überragende öffentliche Interesse in der Energiewende

Christoph Kisker, Burkhard Hoffmann,

Die Fortschreibung der Treibhausgasminderungs-Quote als Starthilfe für den Wasserstoffmarkthochlauf

EnergieKlima-Aktuell (EnK-Aktuell) 2026, 0101761

Zusammenfassung

 

Die Mitarbeiter der Stiftung Umweltenergierecht haben in den letzten Wochen zu folgenden Themen referiert:

Stiftung unterwegs (oder digital)

Markus Kahles, Yvonne Kerth,

Update zur EEG-2027-Novelle nach dem Kabinettsbeschluss

Vortrag, Online-Seminar, Stiftung Umweltenergierecht, 16. September 2026

Carsten von Gneisenau,

#140 Nachgehakt: Deutschlands Weg zum Smart Meter – Braucht es Smart Meter Light?

Interview mit Erwan Taillanter und Carsten von Gneisenau im Podcast Redispatch mit Serafin von Roon und Nora Amer Maghoub, 11. September 2026

Wieland Lehnert,

Flexible Netzanschlussvereinbarungen – Perspektiven für Biogasanlagen

Vortrag, Fachkreis im Ministerium für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIKE), Online/Düsseldorf, 4. September 2026

Alina Anapyanova,

Grid Connection and Access: Current regulations and discussed improvements in Germany

Vortrag, Workshop Deutsch-Israelische Energiepartnerschaft, Deutsche Energie-Agentur (dena), Online, 6. Juli 2026

Fotonachweise: Fokus-Sessions: SUER; Podcast: Daniel Günther; Stromgebotszonen: Thorsten Schier/Fotolia; Geothermie: PiLens/Depositphotos; Überragendes öffentliches Interesse: Pidjoe/iStock; Gebäude: Gina Sanders/Depositphotos