Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

ein außergewöhnlicher Sommer geht dieser Tage mit noch einmal angenehm warmen Temperaturen zu Ende. Er hat uns deutlich vor Augen geführt, was Hitze und Dürre bedeuten können und dennoch war es nur ein Vorgeschmack auf das, was noch kommen wird. Nicht jeder Sommer wird in den nächsten Jahren so sein wie in 2026. Aber es wird Sommer geben, in denen wir uns freuen würden, wäre es nur so heiß und trocken, wie es 2026 war.

Trotz des üblicherweise ruhigeren (energie)politischen Sommers waren auch die vergangenen Wochen von den Diskussionen zu den anstehenden Weichenstellungen in der EU und im Bund sowie den Folgen der hohen Energiepreise infolge des Krieges im Nahen Osten geprägt. Die Debatten sind komplex, die Perspektiven vielfältig. Das war auch auf den gerade zu Ende gegangenen 29. Würzburger Gesprächen zum Umweltenergierecht mit Händen zu greifen. Wie schon bei unserer Online-Seminarreihe zu EEG und Netzpaket stand auch dort der Versuch im Mittelpunkt, die vorgeschlagenen Regelungen genau zu betrachten, Unklarheiten sichtbar zu machen und ihre möglichen Wirkungen zu verstehen. Das war nicht immer einfach, zumal die Regelungen zum Teil vielfältige Auslegungsfragen aufwerfen und Antworten offenbleiben. Aber es hat sich einmal mehr gezeigt: Der Austausch unterschiedlicher Perspektiven hilft dabei, Regelungsvorschläge und ihre voraussichtlichen Wirkungen besser zu verstehen. Davon profitieren auch unsere aktuellen Forschungsarbeiten. Einige davon möchten wir Ihnen in diesem Newsletter näher vorstellen.

Zugleich richten wir den Blick über die aktuellen Diskussionen hinaus nach vorn. Welche Entwicklungen werden den Klimaschutz und die Transformation der Energieversorgung in den kommenden fünf bis zehn Jahren prägen? Welche Erfordernisse ergeben sich daraus für die Rechtsentwicklung und welche rechtlichen Forschungsfragen sollten wir deshalb in den nächsten fünf Jahren untersuchen? Mit diesen Fragen befassen wir uns aktuell bei der Entwicklung unseres neuen Forschungsprogramms für die Jahre 2027 bis 2031.

Ziel ist es, jenseits der aktuellen Debatten die langfristigen Einflüsse, Trends und Aufgaben zu identifizieren und damit den Rahmen abzustecken, der uns eine Fokussierung unserer Arbeit auf die zentralen Herausforderungen ermöglicht. Auf dieser Grundlage wollen wir die rechtswissenschaftlichen Forschungsfragen für die kommenden Jahre ableiten, um auch in Zukunft vorausschauend wichtige Fragen der weiteren Rechtsentwicklung beantworten zu können.

Dazu brauchen wir auch Ihre Hilfe: Das Forschungsprogramm können wir nicht allein aus unseren Erfahrungen und Eindrücken entwickeln. Vielmehr brauchen wir viele Perspektiven, Einschätzungen und Kenntnisse, um ein möglichst vielfältiges Bild der Herausforderungen von morgen zu gewinnen. Deshalb laden wir Sie herzlich ein, Ihre Eindrücke und Ideen mit uns zu teilen: Welche ökonomischen, politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen sollten wir im Blick behalten? Wo sehen Sie rechtlichen Forschungsbedarf? Auf unserer Beteiligungsplattform können Sie bereits einen Einblick in unsere ersten Überlegungen erhalten und zugleich sehen, welche Fragen uns derzeit beschäftigen. Sprechen Sie uns an, bringen Sie sich ein. Wir sind gespannt auf Ihre Perspektive!

Wir blicken daher mit Neugier und Zuversicht auf den Herbst. Wir freuen uns darauf, mit Ihnen den Austausch und unsere Forschung zu den vielfältigen Veränderungen um uns herum fortzusetzen.

Herzliche Grüße
Ihr Thorsten Müller