Schlaglichter
Dr. Anna Halbig verstärkt die wissenschaftliche Leitung der Stiftung Umweltenergierecht
Dr. Anna Halbig verstärkt zum Jahreswechsel die wissenschaftliche Leitung der Stiftung Umweltenergierecht: Sie ist aktuell Senior Wissenschaftlerin mit Schwerpunkt Wasserstoffwirtschaft und wird künftig als Projektleiterin tätig sein. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen und die neue Aufgabe. In meiner neuen Rolle möchte ich dazu beitragen, den Kurs der Stiftung aktiv mitzugestalten und gemeinsam mit meinen Kolleginnen und Kollegen wichtige Impulse zu setzen“, so Anna Halbig. Sie wird – nach erfolgter Elternzeit – weiterhin im Forschungsgebiet „Recht der erneuerbaren Energien und Stromversorgung“ tätig sein.
Studienergebnisse: Die Energie- und Klimaziele der EU bis 2030
In der Würzburger Studie zum Umweltenergierecht Nr. 42 analysieren Dr. Jana Nysten und Ronja Busch die energie- und klimapolitischen Ziele der Europäischen Union für das Jahr 2030. Die Autorinnen ordnen die Ziele in die übergeordnete Strategie der EU ein, Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen und dabei Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen. Im Bereich der Treibhausgasemissionsminderung setzt die EU auf das Emissionshandelssystem mit einer rechtlich festgelegten Gesamtmenge an Emissionsberechtigungen sowie auf verbindliche nationale Zielvorgaben für die Mitgliedstaaten. Demgegenüber folgt die Zielerreichung im Bereich der erneuerbaren Energie und der Energieeffizienz einer kooperativen Steuerungslogik, bei der die Mitgliedstaaten ihren Beitrag zum unionsweiten Gesamtziel selbst festlegen.
Informationen und Entwicklungen zur RED-III-Umsetzung
Im September und Oktober 2025 veranstaltete die Stiftung Umweltenergierecht die kostenfreie Online-Seminarreihe „RED III Umsetzung: Beschleunigungsgebiete und weitere Änderungen im Planungs- und Genehmigungsrecht“. Themenschwerpunkte waren dabei die Ausweisung von Beschleunigungsgebieten für die Windenergie an Land, neue Genehmigungsvorgaben für die Beschleunigungsgebiete und darüber hinaus sowie weitere planungsrechtliche Änderungen, unter anderem zur Zulässigkeit von Windenergievorhaben und bei der Gemeindeöffnungsklausel. Die Rückmeldungen haben gezeigt, dass der Informationsbedarf weiterhin groß ist. Daher stellen wir sämtliche Vortragsfolien zur Verfügung.
Folien Online-Seminar I: Beschleunigungsgebiete für die Windenergie an Land
Folien Online-Seminar II: Neue Genehmigungsvorgaben für Beschleunigungsgebiete
Folien Online-Seminar III: Weitere planungsrechtliche Änderungen
Fokus Umweltenergierecht zur anstehenden Umsetzung der Wärmepläne
Aufgrund von § 4 Abs. 2 Satz 1 Wärmeplanungsgesetz (WPG) müssen Kommunen mit mehr als 100.000 Einwohnern die Wärmepläne für ihr Gemeindegebiet bis Mitte 2026 erstellt haben. Bereits jetzt stellt sich die Frage, mit welchen rechtlichen Instrumenten die dort festgehaltenen Darstellungen und Maßnahmen in die Realität überführt werden können. Um Vorschläge aus Sicht von Wissenschaft und Praxis zu erörtern, kamen am 11. November rund 60 Teilnehmende unterschiedlicher an der Wärmewende beteiligter Akteursgruppen zu einem Fokus Umweltenergierecht in Würzburg zusammen. In Vorträgen und Diskussionen wurden drei zentrale Fragen behandelt: Wie kann der Ausbau der Wärmenetze beschleunigt werden? Wie gelingt die Koordination der Wärmeplanung mit der Transformation der Gasnetze? Und welchen Beitrag kann die Wärmeplanung zu Energieeinsparungen im Gebäudebestand leisten?
Neues BMWE-Projekt zu Flexibilitäten und dynamischen Netzentgelten
Seit dem 1. Oktober 2025 ist die Stiftung Umweltenergierecht Teil eines neuen, interdisziplinären Forschungsprojektes mit dem Titel „FlexNetHassfurt – Erschließung von Flexibilität unter Anwendung dynamischer Netzentgelte am Beispiel des Stadtwerks Haßfurt“. Das bis 2028 laufende Projekt wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Projektpartner sind unter anderem Hochschulen, Universitäten und Unternehmen. Im Projekt soll ein Vorschlag im Bereich marktbezogener Instrumente für Flexibilitätsoptionen entwickelt und erprobt werden. Durch die Anwendung dynamischer Preissignale sollen Verbraucher zu einer Reaktion angereizt werden (Demand Response). Die Stiftung Umweltenergierecht befasst sich insbesondere mit dem Rechtsrahmen für Flexibilitäten sowie mit der rechtlichen Umsetzbarkeit dynamischer Netzentgelte.
Sabine Schlacke und Markus Ludwigs für vier weitere Jahre in den Stiftungsrat gewählt
Prof. Dr. Sabine Schlacke und Prof. Dr. Markus Ludwigs bleiben für vier weitere Jahre Mitglieder des Stiftungsrates der Stiftung Umweltenergierecht. „Wir freuen uns sehr, dass Professorin Schlacke und Professor Ludwigs sich bereiterklärt haben, die Arbeit der Stiftung weiterhin zu unterstützen“, erklärt Prof. Dr. Thorsten Müller, Stiftungsvorstand und wissenschaftlicher Leiter der Stiftung Umweltenergierecht. „Ihre Expertise und Erfahrung sind für uns als Forschungseinrichtung besonders wertvoll. Im Namen des gesamten Teams der Stiftung Umweltenergierecht möchte ich mich daher herzlich für ihr Engagement bedanken und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.“ Der Stiftungsrat berät den Stiftungsvorstand in Fragen der inhaltlichen und strategischen Ausrichtung der Stiftung Umweltenergierecht und wacht über den Stiftungszweck.
Ariadne@Brussels: Die EU-Energie- und Klimapolitik in einer polarisierten Welt
Vom 8. bis zum 10. Dezember 2025 hat das Kopernikus-Projekt Ariadne ihre Workshopreihe Ariadne@Brussels veranstaltet. Der diesjährige Fokus lag auf der EU-Klima- und Energiepolitik in einer polarisierten Welt. Die Stiftung Umweltenergierecht hat hierbei mit dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung einen zentralen Workshop zum Emissionshandel organisiert. Der Titel: Evolution of the ETS – Reforming the EU Emissions Trading System. Die Keynote hielt Dr. Jana Nysten. Zentrale Themen waren dabei Weiterentwicklungsoptionen sowie die Frage nach dem richtigen Gesetzgebungsverfahren für Reformen. Zusätzlich haben Forschende der Stiftung als Speaker zu folgenden Themen referiert: Towards simplicity and flexibility in the EU’s climate policy architecture (Dr. Markus Ehrmann) sowie Coordinated energy infrastructure development – the EU electricity interconnection target for 2030 and beyond (Dr. Jana Nysten).
Stiftung gedruckt, unterwegs (oder digital)
Die Stiftung Umweltenergierecht hat aktuell folgende weitere Forschungsergebnisse veröffentlicht:
Stiftung gedruckt
Thorsten Müller, Ronja Busch, Markus Ehrmann,
Abfederung der sozialen Belastungen energie- und klimapolitischer Maßnahmen
Würzburger Studie zum Umweltenergierecht Nr. 44 vom 1. Dezember 2025
Matthias Leymann,
Neue Steuerungsvorgaben für den Gebäudebestand aus dem Unionsrecht. Bestandsaufnahme, Zusammenwirken, Umsetzungsbedarf
Zeitschrift für Europäisches Umwelt- und Planungsrecht (EurUP) 2025, Heft 4, S. 494–507
Sebastian von Ammon, Nils Wegner,
Die Landesgesetze zur finanziellen Beteiligung von Gemeinden und Einwohnern beim Ausbau erneuerbarer Energien
Würzburger Studie zum Umweltenergierecht Nr. 43 vom 20. November 2025
Tobias Klarmann, Alina Anapyanova,
Der rechtliche Rahmen des Netzanschlusses von Erneuerbare-Energien-Anlagen
Würzburger Bericht zum Umweltenergierecht Nr. 60 vom 22. Oktober 2025
Maria Deutinger , Frank Sailer,
Die Beschleunigung des Erneuerbaren-Ausbaus in Deutschland durch Art. 6 EU-Notfall-Verordnung und die Umsetzung der RED III
Recht der Umwelt (RdU) 2025, Sonderheft Fachdialog RED III-Umsetzung, S. 63-69
Die Mitarbeiter der Stiftung Umweltenergierecht haben in den letzten Wochen zu folgenden Themen referiert:
Stiftung unterwegs (oder digital)
Markus Ehrmann,
Update CO2-Bepreisung: Verschiebung des ETS2 – Europarechtliche und nationale Ausgestaltung
Vortrag, Forum Contracting Espressogespräch „CO2-Bepreisung: ETS2-Verschiebung und Ausgestaltung der Versteigerungen“, Online, 5. Dezember 2025
Svenja Henschel,
Klimaneutralität 2040 zwischen Unverbindlichkeit und Pflicht: Wärmeplanung sowie kommunale Verpflichtungen und Handlungsspielräume im Wärmebereich
Vortrag, 2. Erfahrungsaustausch für Kommunen in Schleswig-Holstein mit beschlossenem Wärmeplan, Investitionsbank Schleswig-Holstein, Kiel, 27. November 2025
Markus Kahles,
Kontinuität oder Neustart? – Wie geht es weiter bei Genehmigungen, EEG-Förderung und Netzanschlüssen? – Neues Förderdesign im EEG
Vortrag, 33. Windenergietage, Potsdam, 14. November 2025
Jana Viktoria Nysten,
Ein neuer Emissionshandel zur Dekarbonisierung von Gebäude und Verkehr – Die Diskussion um das EHS 2
Vortrag, Treffpunkt Transformation, Ifeu, Heidelberg, 13. November 2025
Carolin König,
Stromspeicher und EEG-Anlagen – Systemintegration und Regelungsrahmen
Vortrag, 50. Fachgespräch der Clearingstelle EEG | KWKG: Flexibilisierung des Strommarktsystems – Speicher und EE-/KWK-Anlagen, Clearingstelle EEG | KWKG, Berlin, 6. November 2025
