Den Rechtsrahmen der Energiewende neu denken: Unser zukünftiges Forschungsprogramm 2027-2031

Die Stiftung Umweltenergierecht entwickelt in diesem Jahr ihr Forschungsprogramm für den Zeitraum 2027 bis 2031. Ziel ist es, langfristige Entwicklungen frühzeitig zu identifizieren und kontinuierlich rechtswissenschaftlich zu begleiten. Eine wesentliche Rolle bei der Programmentwicklung wird der Dialog mit unterschiedlichsten Akteuren der Energiewende spielen.

Zum 15-jährigen Jubiläum rückt bei der Stiftung ein wichtiger Prozess in den Fokus: die Entwicklung eines mehrjährigen Forschungsprogramms. Ziel ist es, langfristige Entwicklungslinien und Herausforderungen frühzeitig zu identifizieren und daraus die wichtigsten rechtswissenschaftlichen Fragen für die Energiewende abzuleiten. Ein wesentlicher Baustein bei der Entwicklung des Programms ist der Austausch mit Akteuren aus Unternehmen, Verbänden, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft, den die Stiftung alsbald anstoßen wird.

Warum ein Forschungsprogramm über fünf Jahre?

Der bisherige Ansatz der Stiftung, ihre Forschungsarbeit grundsätzlich mit einem Zeithorizont von ein bis zwei Jahren zu konzipieren, ermöglicht eine flexible und zeitnahe Reaktion auf jeweils aktuelle Entwicklungen im Energie- und Klimaschutzrecht. Diese Agilität ist ein klarer Vorteil, insbesondere in einem so dynamischen Feld wie der Energiewende, das sehr stark von politischen Entscheidungen, regulatorischen Anpassungen und Marktentwicklungen geprägt ist.

„Diese Stärke der Stiftung werden wir auch weiterhin leben“, erklärt Dr. Yvonne Kerth, Forschungsgebietsleiterin und Ansprechpartnerin für das zukünftige Forschungsprogramm. „Zusätzlich soll neben diesem bewährten Ansatz noch mehr Raum für eine längerfristig angelegte Forschung geschaffen werden, die Entwicklungslinien und Lösungsansätze im Energie- und Klimaschutzrecht noch gesamtheitlicher und systematischer aufgreift.“

Zwei zentrale Leitfragen als Ausgangspunkt

Das Forschungsprogramm wird sich an zwei zentralen Leitfragen orientieren: Was sind die (energie-)wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Herausforderungen der Energiewende und was könnten dafür rechtliche Lösungsansätze sein? Welche Forschungsschwerpunkte können daraus als besonders relevant für die Energiewende abgeleitet werden?

Yvonne Kerth

Dr. Yvonne Kerth ist wissenschaftliche Ansprechpartnerin für das zukünftige Forschungsprogramm.

 

Als mögliche Themen des Forschungsprogramms kommen zentrale Weichenstellungen der Transformation in Betracht: vom Klimaschutz in Zeiten geopolitischen Wandels zur Frage nach zukunftsfähigen staatlichen Strukturen über die Rolle europäischer Steuerungsimpulse und tragfähiger Finanzierungsmodelle bis hin zu Teilhabe- und Verteilungsfragen.

Beteiligung als wesentlicher Baustein

Ein wesentlicher Baustein bei der Entwicklung des Forschungsprogramms ist der Dialog. Dafür wird die Stiftung gezielt den Austausch mit Unternehmen, Verbänden, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft suchen. „Unsere Forschung bietet der Praxis seit jeher fundierte Orientierung, vertieftes Detailwissen und konkrete Lösungsansätze für komplexe Rechtsfragen – unabhängig und frei zugänglich“, so Prof. Dr. Thorsten Müller, wissenschaftlicher Leiter der Stiftung. „Wer sich am Austausch über unser zukünftiges Forschungsprogramm beteiligen wird, erhält nicht nur frühzeitig Einblicke in aktuelle Entwicklungen, sondern kann auch Impulse für die Identifizierung etwaiger Forschungsansätze geben. So stellen wir sicher, dass unsere Arbeit dort ansetzt, wo in der Praxis tatsächlich der größte Orientierungs- und Klärungsbedarf besteht.“

Das Team der Stiftung hat bereits ein thematisches Grundgerüst entwickelt. Nun werden verschiedene Beteiligungsformate vorbereitet – von niederschwelligen Feedbackmöglichkeiten bis hin zu Online-Seminaren und Diskussionsformaten. Die Impulse aus der Praxis sollen dann in einem weiteren Schritt in die Ausarbeitung des Forschungsprogramms einfließen. Dr. Yvonne Kerth: „Wir freuen uns sehr auf den Dialog mit der Praxis und danken schon jetzt allen herzlich, die sich Zeit für unser Forschungsprogramm nehmen werden. Bald geben wir den Startschuss und informieren Sie umfassend über die verschiedenen Beteiligungsmöglichkeiten.“