Synergetische Integration der Photovoltaik in die Landwirtschaft als Beitrag zu einer erfolgreichen Energiewende – Vernetzung und Begleitung des Markthochlaufs der Agri-PV in Deutschland [SynAgri-PV]

Kurzbeschreibung: Um das Ziel der Klimaneutralität im Jahr 2045 für Deutschland zu erreichen, wird von einem notwendigen Zubau der Photovoltaik auf das Sechs- bis Achtfache der heute installierten Leistung ausgegangen. Ein wesentlicher Teil davon soll auf der Freifläche realisiert werden, was den ohnehin hohen Flächendruck verstärkt. Eine Lösung könnte hier die Mehrfachnutzung von Flächen sein, wie es das Konzept der Agri-PV als eine Kombination der Energiegewinnung und landwirtschaftlichen Produktion verspricht. Das Vorhaben SynAgriPV will den Markthochlauf der Technologie unterstützen, indem der wissenschaftlich-technische, rechtliche und gesellschaftliche Stand der Agri-PV evaluiert, ein einheitliches und evidenzbasiertes Leitbild formuliert, Handlungsbedarf benannt und Lösungsansätze skizziert werden. Die Stiftung Umweltenergierecht fokussiert hierbei die planungs- und zulassungsrechtlichen Fragen der Agri-PV.

Laufzeit: 1. Juli 2022 bis 30. Juni 2025

Projektmittel: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Projektpartner: Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE; LeibnizZentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF); Universität Hohenheim; Elysium Solar; Becker Büttner Held; Stiftung Umweltenergierecht

 

 

Projektbearbeitung

Dr. Nils Wegner (Projektleitung)
Tel: +49 931 794077-20
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Dr. Thorsten Müller
Tel: +49 931 794077-0
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Maximilian Schmidt
Tel: +49 931 794077-287
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Inhalt

Um das Ziel der Treibhausgasneutralität bis 2045 zu erreichen, ist ein zügiger und massiver Ausbau Erneuerbarer Energien in Deutschland erforderlich. Im Falle der Photovoltaik wird von einem notwendigen Zubau auf das Sechs- bis Achtfache der heute installierten Leistung ausgegangen, auf 300 – 450 GW. Weil ein bedeutender Teil dieses Zubaus von 12 – 20 GW pro Jahr in der Freifläche erwartet wird, zeichnet sich ein erheblicher Flächenbedarf ab, der steigenden Druck auf das ohnehin knappe Flächenangebot ausüben wird.

Eine vielversprechende Lösung und gleichzeitig eine Chance sowohl für die Landwirtschaft als auch die Energiewende bietet die Agri-Photovoltaik (Agri-PV). Agri-PV beschreibt die kombinierte Produktion von erneuerbarer Energie und Nahrungsmitteln auf derselben Fläche und stellt somit eine neue Form der Landnutzung dar. Sie ermöglicht, die PV-Leistung stark auszubauen, ohne der Landwirtschaft wertvolle Flächen zu entziehen. Über eine teilweise Verschattung durch die PV-Module bieten sie das Potential gleichzeitig Kulturpflanzen zu schützen und negative Folgen der Klimakrise auf die Landwirtschaft abzumildern, bspw. die zunehmende Trockenheit und die Folgen von Extremwetterereignissen.

Um die Voraussetzungen für einen zügigen Markthochlauf der Agri-PV zu befördern, soll der wissenschaftlich-technische, rechtliche und gesellschaftliche Stand der Agri-PV in Deutschland evaluiert werden. Hierauf aufbauend ist ein einheitliches, evidenzbasiertes Leitbild für den Ausbau der Agri-PV unter Einbezug aller relevanten gesellschaftlichen Akteure zu formulieren. Handlungsbedarf ist zu benennen, Lösungsansätze zu skizzieren und weitere Forschungsbedarf aufzuzeigen. Die Stiftung Umweltenergierecht wird hierfür den regulatorischen Rahmen der Agri-PV, insbesondere die Fragen planerischer Steuerung und der Zulassung von Agri-PV-Anlagen untersuchen und Handlungsbedarf aufzeigen.