Umweltverträgliche Standortsteuerung von Solar-Freiflächenanlagen (Solarthermie und Photovoltaik)

Zum Erreichen der Klimaschutzziele der Bundesregierung ist unter anderem ein Ausbau von Freiflächensolaranlagen (Solarthermie und Photovoltaik) in erheblichem Umfang erforderlich. Das Forschungsvorhaben soll einen Beitrag dazu leisten, den notwendigen Ausbau möglichst umweltverträglich zu gestalten. Hierfür werden eine geeignete Flächenkulisse definiert und die Möglichkeiten zur planerischen und planungsrechtlichen räumlichen Steuerung von Solar-Freiflächenanlagen analysiert, bewertet und gegebenenfalls fortentwickelt. Die Ergebnisse werden in der Form von Handlungsempfehlungen den Trägern der Gesamtplanung auf Raumordnungs- und Bauleitplanungsebene zur Verfügung gestellt, um eine umweltverträgliche Flächenbereitstellung zu fördern.

Laufzeit: 30. Oktober 2019 – 30. Februar 2022

Projektmittel: Auftrag des Umweltbundesamtes

Projektpartner: Bosch & Partner GmbH (Auftragnehmer) und Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (Unterauftragnehmer)

Projektbearbeitung

Dr. Nils Wegner (Projektleitung)
Tel: +49-931-79 40 77-20
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Dr. Markus Kahles
Tel: +49-931-79 40 77-16
E-Mail

Inhalt

Die Bundesregierung hat sich im Klimaschutzplan 2050 darauf festgelegt, bis zum Jahr 2030 eine Senkung der Treibhausgase von mindestens 55 % sektorenübergreifend zu erreichen. Zu diesem Zweck ist insbesondere auch ein weiterer erheblicher Ausbau erneuerbarer Energien sowohl im Strom- als auch im Wärmesektor vorgesehen. Die zunehmende Nutzung solarer Strahlungsenergie soll hierfür im Stromsektor eine noch größere, aber auch im Wärmesektor eine erhebliche Rolle spielen. Unterstellt man einen mit heute vergleichbaren Anteil der Freiflächenphotovoltaik auch für den Zeitraum bis 2030, so zieht dies einen erheblichen zusätzlichen Flächenbedarf in der Größenordnung von 20.000 bis 32.500 ha nach sich. Hinzu kommt ein zusätzlicher – allerdings deutlich geringerer – Flächenbedarf für die Freiflächensolarthermie.

Das Forschungsvorhaben im Auftrag des Umweltbundesamtes soll einen Beitrag dazu leisten, den ausbaubedingten Flächenbedarf möglichst umweltverträglich zu erfüllen. Vor dem Hintergrund der Realisierung erster Photovoltaik-Freiflächenanlagen ohne Förderung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz und damit ohne Bindung an dessen förderfähige Flächenkulisse liegt der Fokus des Vorhabens auf den Instrumenten planerischer Steuerung. In verschiedenen Arbeitspaketen sollen zunächst Flächenkategorien für einen aus Umweltsicht verträglichen Ausbau von Solarthermie- und PV-Freiflächenanlagen ermittelt sowie die planerischen Instrumente und deren rechtlicher Rahmen analysiert, bewertet und ggf. Vorschläge für dessen Fortentwicklung formuliert werden. Auf dieser Grundlage sollen schließlich Empfehlungen entwickelt und in Leitfäden für die Träger der Gesamtplanung auf Raumordnungs- und Bauleitplanungsebene zusammengefasst werden.

Im Mittelpunkt der rechtlichen Arbeiten, die im Konsortium von der Stiftung Umweltenergierecht als Unterauftragnehmer bearbeitet werden, steht die Frage nach der Eignung des gegenwärtigen Rechtsrahmens Solar-Freiflächenvorhaben auf die aus ökologischer Sicht geeigneten Flächen zu lenken. Die Voraussetzungen für eine raumordnerische Steuerung von Solar-Freiflächenanlagen, aber auch die rechtlichen Anforderungen an die Ausübung einzelner Instrumente der raumordnerischen und bauleitplanerischen Planungen stehen im Mittelpunkt der Analysen. Diese und auch die im Anschluss stattfindende Bewertung des Rechtsrahmens sowie die Entwicklung von Vorschlägen für seine Weiterentwicklung können durch die im Konsortium vertretenen Kompetenzen auf breite Grundlage gestellt und in Fachworkshops an die Erfahrungen aus der Praxis rückgekoppelt werden. Die Ergebnisse werden schließlich in zwei Leitfäden praxisgerecht aufbereitet, um ihre Berücksichtigung bei der künftigen planerischen Steuerung von Solar-Freiflächenanlagen zu fördern.