Klimaschutz in Zeiten geopolitischer Umbrüche
Die internationale Wirtschaftsordnung und die internationale Klimaschutzarchitektur erodieren. Manche Beobachter rufen gar insgesamt das Ende der regelbasierten Weltordnung und des Multilateralismus aus. Geopolitische Konflikte wie in der Ukraine und im Nahen Osten, neue Machtkonstellationen und sicherheitspolitische Herausforderungen verändern auch die Rahmenbedingungen für die globale Energie- und Klimapolitik grundlegend. Europa treibt den Klimaschutz auf seiner Agenda noch voran, muss ihn jedoch im internationalen Umfeld koordinieren, gegenüber den geopolitischen Umbrüchen behaupten, die Energiesicherheit gewährleisten und zugleich die Wettbewerbsfähigkeit seiner Industrie sichern. Dagegen eröffnen die dynamische Entwicklung neuer Technologien wie KI und die Kostensenkungseffekte bei grünen Technologien neue Chancen für eine globale Neuordnung. Wie können also Klimaschutz und Energiewende unter diesen Bedingungen wirksam und resilient gestaltet werden?
Mögliche Forschungsansätze
- Wie entwickelt sich die UN-Klimarahmenkonvention, das Übereinkommen von Paris und insgesamt das Völkerrecht unter veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen weiter?
- Welche rechtlichen Mechanismen stehen zur Verfügung, um Klimaschutzziele und internationale Verpflichtungen wirksam durchzusetzen?
- Wie können sich das europäische Klimaschutzrecht und europäische Klimaschutzstandards in einer zunehmend fragmentierten Weltordnung behaupten?
- Welche neuen Formen internationaler Zusammenarbeit entstehen – etwa Klimaclubs, strategische (Energie-)Partnerschaften oder neue Koalitionen von Vorreiterstaaten?
- Wie können Energieinfrastrukturen und Energieversorgung angesichts der Vielzahl geopolitischer Herausforderungen – unter anderem Energie- und Ressourcensicherheit, Energieautarkie, militärischen oder hybriden Angriffen oder Diversifizierung von Energieimporten – resilient gestaltet werden?
