Gebündelte Infrastrukturplanungen und -zulassungen und integrierter Umbau von regionalen Versorgungssystemen (INTEGRIS)

Durch die gemeinsame und gebündelte Verlegung von Infrastrukturen wie Strom, Wasser, Gas, Informations- und Kommunikationsdienste, Fernwärme, Abwasser u. a. werden eine Verringerung der mit ihrer Umsetzung verbundenen Umweltbelastungen sowie ökonomische und soziale Vorteile erwartet. Punktuell nimmt bereits heute das geltende Recht dies durch die Verankerung von Bündelungsgeboten etwa im Recht der Raumentwicklung auf.

Das Forschungsvorhaben will einerseits bestehende Erwartungen überprüfen und klären, inwieweit durch eine Bündelung von leitungsgebundenen Infrastrukturen etwa in einer Trasse tatsächlich umweltgerechtere Lösungen gestaltet werden können. Dabei wird auch untersucht, inwieweit solche Lösungen sowohl zulassungs- und planungsrechtlich als auch bezüglich ihrer unmittelbaren räumlichen Auswirkungen und der nachhaltigen Regionalentwicklung auf ganz Deutschland übertragbar sind, welche Hindernisse sich beim Ausbau von potentiell anzustrebenden gebündelten und umweltfreundlichen Infrastrukturen ergeben und wie diese zu beseitigen sind.

Anhand von vier Fallstudien sollen die jeweiligen Umweltauswirkungen untersucht und mögliche Anpassungsbedarfe technischer, organisatorischer und rechtlicher Natur sowie  Potenziale, Grenzen und Zielkonflikte identifiziert werden.

Laufzeit: Oktober 2016 bis Januar 2020

Projektmittel: Auftrag des Umweltbundesamts

Projektpartner:  Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI  (federführend), Bosch&Partner

 

Projektbearbeitung

Frank Sailer (Projektleitung)
Tel: +49-931-79 40 77-11
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Nils Wegner
Tel: +49-931-79 40 77-20
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Inhalt

Ver- und Entsorgungsinfrastrukturen sind eine wesentliche Voraussetzung für den Erhalt unserer Lebensqualität und Bedingung für eine nachhaltige Entwicklung. Veränderungen in Umwelt und Gesellschaft wirken zurück auf die Infrastrukturen und ihren Wandel.

Durch die gemeinsame Verlegung und Bündelung von verschiedenen Infrastrukturen wie Strom, Wasser, Gas, Informations- und Kommunikationsdienste, Fernwärme, Abwasser u. a. in einer Trasse werden geringere Umweltbelastungen sowie soziale und ökonomische Vorteile erwartet. Bündelungsgebote bzw. Bündelungsmöglichkeiten sind dabei zum Teil auch rechtlich verankert, etwa im Naturschutzrecht oder im Raumordnungsrecht. Gerade zum Erfüllen der Ziele im Bereich der Raumentwicklung wird auch auf eine Bündelung von Infrastrukturen gesetzt; dieses Entwicklungsziel findet sich aber nicht spezifisch in den langfristigen Planungszielen anderer Systeme (Bundesverkehrswegeplan, digitale Agenda, weniger spezifisch: Energiewende, Klimaschutzziele etc.).

Das übergeordnete Ziel dieses Forschungsvorhabens ist es herauszufinden, inwieweit durch Bündelung von Infrastrukturen umweltgerechtere Lösungen gestaltet werden können, die sowohl zulassungs- und planungsrechtlich als auch bezüglich ihrer unmittelbaren räumlichen Auswirkungen und der nachhaltigen Regionalentwicklung auf ganz Deutschland übertragbar sind. Dabei wird auch untersucht, welche Hindernisse sich beim Ausbau von potenziell anzustrebenden gebündelten Infrastrukturen ergeben und wie diese zu beseitigen sind.

Anhand von vier Fallstudien sollen vor allem die jeweiligen Umweltauswirkungen untersucht werden. Außerdem werden auch mögliche Anpassungsbedarfe (technisch, organisatorisch, rechtlich) sowie Potenziale, Grenzen und Zielkonflikte identifiziert.

Dafür wird einerseits eine retrospektive Betrachtung von Planungs- und Zulassungsverfahren inkl. Umweltprüfungen für integriert geplante, gebündelte Infrastrukturvorhaben durchgeführt, andererseits werden gebündelte Infrastrukturprojekte und ein integrierter Umbau regionaler Versorgungssysteme hinsichtlich ihrer Übereinstimmung zum Leitbild eines nachhaltigen Infrastrukturumbaus bewertet und die Folgen und Nachhaltigkeitsaspekte abgeschätzt.

INTEGRIS hat also einerseits die Klärung von Verfahrensfragen zur Planung und Zulassung und andererseits die Bewertung der Nachhaltigkeit im Rahmen der Regionalentwicklung zum Ziel.